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EU-Taxonomie – was kommt auf die Wohnungswirtschaft zu? Auf was müssen wir uns vorbereiten?

Aktualisiert: 23. Mai


Die EU-Kommission schreibt dem Finanzsystem eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung einer nachhaltigeren Wirtschaft zu. Aus diesem Grund wurde der EU-Aktionsplan für ein nachhaltiges Finanzwesen im Jahr 2018 entwickelt, der einen Katalog von verschiedenen Maßnahmen vorsieht, um das Thema Nachhaltigkeit im Finanzsektor zu verankern. Eine Maßnahme davon ist die Etablierung eines Klassifikationssystems (Taxonomie) für grüne Finanzierungen, um die Aktivitäten von Unternehmen bzw. deren Investitionen anhand von Nachhaltigkeitskriterien zu beurteilen. Zusätzlich sollen den Finanzmarktakteuren diesbezüglich Informationen für die Beurteilung als nachhaltige Geldanlage zur Verfügung gestellt werden.


Zugleich wirkt der EU-Aktionsplan auch auf die Kreditmärkte. Die Kreditgeber werden zukünftig verstärkt Nachhaltigkeitsinformation auf Basis der EU-Taxonomie und weiterer Regelwerke abfragen, da sie diese für ihre Refinanzierung am Kapitalmarkt und der Risikobeurteilung von Krediten brauchen. Damit werden sich diese EU-Regelungen indirekt auch auf das Tagesgeschäft der Immobilien- und Unternehmensfinanzierung von Wohnungsunternehmen auswirken.


Zwar besteht bei vielen Anforderungen noch Rechtsunsicherheit und Regelungsbedarf, aber der Rahmen ist mit der Taxonomie gesetzt und es besteht Handlungsbedarf. Der GdW hat mit der Arbeitshilfe 85 hier einen Standard gesetzt, der auch die Grundlage für die Berichterstattung der CO2-Verbräuche im Rahmen der branchenspezifischen Ergänzung des Deutschen Nachhaltigkeitskodex ist.


Die verpflichtenden Klimaziele für 2030 und 2050 scheinen noch weit entfernt zu sein. Mit dem Green Deal und dem EU-Aktionsplan für ein nachhaltiges Finanzwesen betrifft das Thema bereits viel früher die Passivseite der Bilanz. Es empfiehlt sich daher, schon jetzt eine Nachhaltigkeitsstrategie für das Unternehmen und die Wohnungsbestände zu entwickeln. Eine intensive Auseinandersetzung mit der Taxonomie und den Themenfeldern von grünen bzw. nachhaltigen Finanzierungen ist dabei unumgänglich.


Inhalte:

  • Überblick EU-Taxonomie (CO2 & Soziales) und die CSR-Richtlinie

  • Zeitpläne und Umsetzungsstand

  • Anforderungen der EU-Taxonomie an die Unternehmen und an die Immobilienprojekte

  • Anforderungen an die Banken und an die Kreditkunden

  • Zauberwort “ESG” und was bedeutet dies für die Nachhaltigkeitsstrategie?

  • Wie können Unternehmen sich vorbereiten?

  • Nachhaltiges Finanzierungsmanagement

Dozenten:

  • Christian Gebhardt war langjähriger Mitarbeiter einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, bevor er im Jahr 2007 als Referatsleiter Betriebswirtschaft/Rechnungslegung und Finanzierung zum GdW wechselte. Seit 2009 ist er Mitglied des Vorstandes der GdW Revision AG.

  • Roland Keich lehrt und forscht als akademischer Campusleiter an der EBZ Business School in Hamburg und berät Unternehmen als Geschäftsführer der GSF Gesellschaft für Strategie- und Finanzierungsberatung mbH in den Themen Öffentliche Förderung, Finanzierungsmanagement, Wirtschaftlichkeitsanalysen und Nachhaltigkeit.




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