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Aus unserem GSF-Team...Gyde Sönksen

In diesem Artikel geht es darum, Ihnen einen Eindruck von unserem GSF-Team zu verschaffen. Gyde Sönksen arbeitet in der GSF kurz nach dem Beginn der Firmengründung im Jahr 2019. Sie ist also unsere treuste Seele im Team.

Sie arbeitet derzeit im Research und Assistenz-Bereich als studentische Aushilfskraft in einem außergewöhnlichen Masterstudiengang. Was das Besondere daran ist und was sie thematisch bewegt, erfahren Sie hier:


Von Gyde Sönksen

Was bewegt Menschen dazu, in Städte zu ziehen? Wie prägen Bewohner:innen die Stadt und wie prägt die Stadt wiederum sie? Ein Interesse an diesen Fragen hat mich dazu bewegt, nach drei Jahren Ausbildung und Arbeit im Verlagswesen einen neuen Weg einzuschlagen und Kultur der Metropole im Bachelor an der HafenCity Universität in Hamburg zu studieren. Das Studium behandelte das Thema „Stadt“ vor allem aus einer kulturwissenschaftlichen Perspektive. Nach meinem Bachelorabschluss 2020 war es dann vor allem mein Ziel, einen Master zu finden, in dem ich auch noch andere Blickweisen auf „Stadt“ kennenlernen kann, die nach meinem Empfinden in meinem Bachelorstudium noch nicht tiefgehend genug behandelt wurden. Nach einem einjährigen "Zwischenstopp" in Esbjerg (Dänemark), in dem ich Masterkurse im Studiengang Kultursoziologie mit Schwerpunkt ländliche Soziologie an der University of Southern Denmark belegt habe, studiere ich nun seit September 2021 4CITIES, ein Erasmus Mundus Masterprogramm in Urban Studies. Was genau diesen Studiengang auszeichnet und wie ich das Erlernte in meine Arbeit für die GSF einbringe, möchte ich im Folgenden gerne kurz darstellen.


Durch ein Projekt im Rahmen meines Bachelorstudiums habe ich Tu Phung Ngo und Roland Keich im Jahr 2018 kennengelernt. Als diese die GSF dann ein Jahr später gründeten und Unterstützung in der Recherche und Assistenz benötigten, habe ich mich sehr gefreut, als sie auf mich zugekommen sind. Die GSF bietet den Vorzug, in einem interdisziplinären Team zu arbeiten. Unterschiedliche Expertisen und Methoden treffen aufeinander, um sich einem Thema anzunehmen und neue, kreative und zum Teil auch unkonventionelle Lösungen zu finden. Dieses „von und miteinander Lernen“ ist eine Arbeitsweise, die nach meiner Auffassung das Potential hat, Situationen allumfassender analysieren zu können und entsprechende Empfehlungen aussprechen zu können.


Auch in meinem Masterstudium werden mir tagtäglich die Vorzüge einer interdisziplinären Auslegung der Inhalte, Studierendenschaft und Lehrkörper aufgezeigt. Im Rahmen des Masterprogramms werde ich innerhalb von zwei Jahren in vier europäischen Hauptstädten -Brüssel, Wien, Kopenhagen und Madrid - „Stadt“ aus unterschiedlichen Perspektiven studieren, z.B. aus einer soziologischen, nachhaltigkeits-wissenschaftlichen, planerischen oder feministischen. Die zentrale Frage während des Studiums ist hierbei vor allem „Was ist Stadt überhaupt?“. Eine räumliche Einheit? Ein kulturelles Konstrukt? Ein politisch-ökonomischer Prozess? Und die Antwort ist: Ja, all dies – und noch so viel mehr. Durch die Aufteilung des Studiums auf vier unterschiedliche Städte wird dies für die Studierenden anschaulich verdeutlicht – wir studieren „Stadt“ auch durch das Vor-Ort-Sein und die Möglichkeit, die Städte miteinander zu vergleichen und dadurch Eigenarten, aber auch Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten.


Außerdem bietet die Auslegung des Studienprogramms die Möglichkeit, eigene Schwerpunkte zu setzen und individuelle Interessen zu fördern. Daher entschied ich mich in meinem ersten Semester, der Frage nachzugehen, inwiefern die Stadt Hamburg als Hafenstadt verstanden werden kann, welche Faktoren zu dieser Kategorisierung beitragen und welche Möglichkeiten sich hieraus für die Stadt (-entwicklung) ableiten lassen. Zum einen lässt sich hier aus einer wirtschaftlichen Perspektive argumentieren – welche Bedeutung hatte und immer noch hat der Hamburger Hafen für die wirtschaftliche Struktur der Hansestadt? Allerdings kann man sich der Frage auch aus einer kulturwissenschaftlichen Perspektive annähern und betrachten, inwieweit das Imaginäre der Stadt Hamburg von dem Bild des Hafens geprägt ist und wie es durch gezielte Interventionen, z.B. mit der Errichtung der HafenCity, reproduziert und hierdurch auch das Image des Hafens neu erfunden und den Ansprüchen neu aufkommender wirtschaftlicher Sektoren angepasst wird.


Die Anwendung unterschiedlicher Methoden und Betrachtungsweisen lässt also unterschiedliche Rückschlüsse zu. Umso wichtiger erscheint es wiederum, transdisziplinär zu arbeiten und offen für diverse Ansätze zu sein. Diese Herangehensweise begegnet mir stets auch in der Arbeit für die GSF und ich freue mich, in meinem Studium in dieser Hinsicht weiter herausgefordert zu werden, um die Erkenntnisse dann auch gewinnbringend in die Arbeit für die GSF und ihre Partner einzubringen und zur Interdisziplinarität und der methodischen Kompetenz des Teams beitragen zu können.

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